Bernds Kolumne - Bernd's Heimat

Direkt zum Seiteninhalt

Hauptmenü:

Bernds Kolumne
Gedanken zur Zeit

Der alte Wasserturm in Frankfurt (Oder) – eine traurige Geschichte um ein Wahrzeichen der Stadt

Einst diente er der Wasserspeicherung zur Versorgung der Bevölkerung mit frischem Trinkwasser. Wozu auch sonst! Im Laufe der Jahre veränderte sich die Situation. Ein neues Wasserwerk wurde gebaut, die Pumpen wurden immer leistungsfähiger und eines Tages beschloss man, auch aus Kostengründen, den Wasserspeicher stillzulegen. Der Wasserturm hatte ausgedient. Er wurde verschlossen und versank in einen – nein, keinen Dornröschenschlaf, sondern in einen „Winterschlaf“. Denn der Wasserturm war inzwischen ein Wahrzeichen in Frankfurt und in unmittelbarer Nähe entstand eine einmalige Gaststätte: Der „Wintergarten“. Dort wurden exotische Pflanzen gezüchtet und mittendrin gab es Sitzplätze, quasi neben der Banane wurde Kaffee und Kuchen serviert. Der Blick konnte von den Palmen und Bananen aus dem Fenster über die Bahngleise weit über die Oderwiesen, der Oder bis ins polnische Nachbarland schweifen. Einmalig! So die einhellige Meinung derer, die ihren Rondo dort genossen haben. Der Wasserturm und der Wintergarten wurden weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt. Aber leider passierte mit dem Wasserturm gar nichts mehr. Sicherungsmaßnahmen wurden nötig, damit niemand von herabfallenden Steinen erschlagen wurde. Und dann hatte jemand eine Idee und zwar eine pfiffige, die wiederum für Furore sorgte: Warum sollte man den alten, ehrwürdigen Turm nicht nutzen und anstelle des lange dem Rost preisgegebenen Wasserbehälters nicht ein Planetarium einrichten? Der Astronomielehrer W. Geiseler erhielt den Auftrag sich darum zu kümmern und so wurde der alte Behälter entfernt, eine Zwischendecke eingezogen und zwei Spezialisten aus Eilenburg bauten eine Kuppel für die Sternenprojektion. Hilfe erhielten sie damals in den 1970er Jahren unter anderem von Schülern der EOS, die durch die Arbeitsgemeinschaft Astronomie nicht nur Interesse daran hatten, sondern auch technisch und handwerklich versiert waren. So entstand ein Kleinod, das mit dem ZKP I (ZEISS Kleinplanetarium) von Carl-Zeiss-Jena für den Schulunterricht und auch interessierten Bürgern zur Verfügung stand. Dann kam die politische Wende. Der „Wintergarten“ überstand diese nicht, wer wollte schon zwischen Bananen Kaffee trinken! Beides gab es jetzt im Supermarkt und die Unterhaltungskosten sind wohl ins astronomische gestiegen. Apropos astronomisch: Das Planetarium überstand alle Umstürze. Später wurde der Projektor ausgetauscht: Ein ZKP II als neuestes Modell zeigte den Besuchern noch mehr Sterne. Und dann das: Anno 2015 gibt es kein Interesse mehr an Astronomie! In den Schulen gibt es kein Fach Astronomie mehr. Der letzte Betreuer des Planetariums geht in Rente und niemand hat mehr Interesse daran? Die Stadtverwaltung, blind wie einst die Bananenstauden im Wintergarten, schiebt das achso beliebte Thema Kosten vor. Selbstverständlich kostet alles Geld, aber nach dem Niedergang der Stadtbibliothek, die nur noch ein Schatten ihrer selbst ist, wird nun das Planetarium geschlachtet. Was ist als nächstes dran? Wenn alle Kulturstätten in Frankfurt geschlossen werden, dann brauchen wir nicht mal die Hälfte der Stadtverwaltung, denn Arbeitsplätze gibt es auch kaum welche. Die Mehrzahl der Frankfurter arbeitet außerhalb der Stadt. Die wenigsten haben Zeit die kulturellen Einrichtungen zu nutzen. Spekuliert die Stadt darauf? Dann sind wir auf dem besten Weg. Wenn nicht sofort ein Umdenken einsetzt, gibt es kaum noch Arbeitsplätze hier und wenn alle Kulturstätten endlich geschlossen sind, brauchen wir keine Stadtverwaltung mehr. Sägt nur weiter an eurem Ast!


Aber noch mal zurück zum Planetarium. Ein Verein aus einer anderen Stadt würde das Planetarium weiter betreiben. Sie haben jahrelange Erfahrung damit, den Willen und das Wissen aus diesem Kleinod etwas zu machen. Bleibt zu hoffen, dass es gelingt. Vielleicht können die Frankfurter Bürger das Ansinnen unterstützen. Bleibt natürlich wieder die Frage: Wie das ganze finanzieren?

Ein verärgerter, aber hoffnungsvoller



Juli 2015
Bernd Thiel


Trauer um die Opfer

Viel lieber hätte ich mir ein aktuelles Thema gesucht und mich ein wenig darüber lustig gemacht. Leider geben die aktuellen Ereignisse das Thema vor und vor allen Dingen ist es bitterer Ernst, wenn fanatische selbsternannte Weltverbesserer feige in Paris morden. Ich bin nicht der Meinung, dass dies nur ein Angriff auf Europa und der Pressefreiheit ist. Es ist schlicht ein Angriff auf die gesamte zivilisierte Welt mit ihrer Meinungs- und Pressefreiheit. Ich spreche den Verantwortlichen mit guten Gewissen jegliche schöpferische Intelligenz ab. Nicht mal Tiere würden so handeln. Wichtig ist jetzt der Schulterschluss aller friedliebenden Kräfte, damit sich dies nicht wiederholen kann, weder in Europa noch sonst irgendwo auf der Erde. Bei aller Trauer fallen mir weiter keine Worte dazu ein.

Nur der Text von Uriah Heep...


Was losing me to all this blood I only knew I had to win

And build a world where I was king

But leaders come and leaders go

And that's the truth I came to know

Love or war I could not choose

And so both I had to lose

 
 
 
 
 



„Wider dem Terror!"

Januar 2015
Bernd Thiel


Mein Lieblingsmärchen
ist „Tischlein deck dich". Warum gerade das mit der zickigen Zicke und den drei Brüdern? ...


weiterlesen


Als Erich Honecker
seinen 45. Geburtstag feierte, gab es auch für mich eine Geburtsstunde – meine! Nun soll das nicht die Geschichte des Sozialismus werden, ...

weiterlesen



Mir ist dieser Tage eingefallen,

dass mein Großvater am 28. November 1942, vor nunmehr 70 Jahren, in einem der schlimmsten Kriege der Menschheitsgeschichte  gefallen ist.

weiterlesen



© Bernd Thiel 2005-2017
Zurück zum Seiteninhalt | Zurück zum Hauptmenü